Der Bischof steht bei den Zißlers in Lengsham noch im Wort
 
Lengsham. Schwer getroffen hat das Altbachhochwasser vom 1. Juni 2016 auch das Dorf Lengsham zwischen Triftern und Anzenkirchen. Am Tag danach hatte Bischof Stefan Oster das Katastrophengebiet besucht und war dabei auch nach Lengsham gekommen, so auch zu den früheren Wirtsleuten Gitti und Fritz Zißler.
Auch den beiden hat er, angesichts des beträchtlichen Schadens, der im Erdgeschoss des Anwesens durch die 80 cm hohen Fluten angerichtet worden war, Mut zugesprochen.  Den Bischof interessierte bei dieser Begegnung auch die Geschichte des früheren, weitum bekannten Gasthauses, das besonders wegen seiner köstlichen Forellengerichte die Gäste angezogen hatte. Ob er auch Forelle möge hat Gitti Zißler Bischof Oster gefragt, was dieser bejahte.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs hat sie sich ein Versprechen abnehmen lassen: „Wenn alles vorbei ist, dann lade ich den Bischof zum Forelle essen ein.“ Dieser hat auch zugesichert, dass er der Einladung gerne folgen werde. Allerdings ist dieser Besuch in Lengsham bis heute, ein Jahr danach, noch nicht zustande gekommen. Es hat aber zumindest Kontakt gegeben, erzählt Gitti Zißler der PNP. Anfang Dezember 2016 habe sie vom Sekretariat des Bischofs einen Anruf bekommen, dass dieser mit einigen Mitarbeitern im Laufe des Monats zu einer kleinen Weihnachtsfeier kommen wolle. Weil die Sanierungsarbeiten in den Gasträumen aber noch nicht abgeschlossen waren, habe sie hier keine Zusage geben können.
Mitte Dezember habe sich der Bischof persönlich bei ihr gemeldet, so Gitti Zißler weiter. Er habe dabei zum Ausdruck gebracht, dass er keine Umstände machen wolle, wenn das Wirtshaus nicht mehr aufgemacht werden sollte. „Versprochen ist versprochen“ sei ihre Antwort gewesen, worauf Oster geantwortet habe, dass er „Anfang des Jahres 2017 einmal in Lengsham vorbeischauen werde“. Auf dieses Vorbeischauen wartet die ehemalige Zißler-Wirtin schon noch, da es ihr hier um Prinzipien gehe: „Ich habe versprochen, dass der Bischof eine Forelle bekommt und er hat versprochen, dass er zu uns kommt“.
 
Zwar müsste bei einem kurzfristigen Besuch des Oberhirten im ehemaligen Wirtshaus auch noch improvisiert werde, da im Innenbereich noch nicht alle erforderlichen Instandsetzungen abgeschlossen sind.
Auch der Sockel des Gebäudes muss noch erneuert werden, ebenso Teilflächen des gepflasterten Hofraumes. Der Schadensfall der Zißlers ist zudem nicht wie jeder andere, dadurch dass er eben ehemalige Gastwirtschaftsräume hat und das Gebäude zudem noch einen Einliegerteil hat, in dem die Schwester von Fritz Zißler wohnt. Nur wegen dieser Konstellation kann er sich erklären, dass sein im Januar beim Landratsamt gestellter Antrag auf staatliche Finanzhilfe bis heute nicht entschieden ist.
Wenn der Name Fritz Zißler in Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe fällt, soll sein großer Einsatz am Ort nicht unerwähnt bleiben. Der frühere Kommandant der Lengshamer Wehr war dabei als eine Art Organisator und als Ansprechpartner für alle Fälle zur Stelle. Zudem hat er das Katastrophenszenario in Lengsham mit der Kamera festgehalten. Vier Filme sind es geworden, die er Anfang des Jahres über 90 Besuchern im FFW-Vereinsheim bei einer Versammlung der Dorfgemeinschaft gezeigt hat. Schon damals hat er dies bildlich vermittelt, was er auch heute noch ganz stark herausstellt: „Wir haben in Lengsham eine ganz starke Dorfgemeinschaft, die in außergewöhnlicher Nachbarschaftshilfe bei der Hochwasserkatastrophe besonders deutlich wurde.“
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Bildtext:
Fritz und Gitti Zißler sind mit der Behebung der Hochwasserschäden noch nicht ganz fertig. Der versprochene Besuch von Bischof Stefan Oster zum Forelle essen ließe sich aber in nächster Zeit dennoch ermöglichen.
Foto; Reiter