Weiter Widerstand gegen die ZWR-Brunnenbohrung
 
Anzenkirchen. Heute Dienstag, 25. Juli, fällt im Rathaus eine weitreichende Entscheidung, zu einem Thema, das seit Wochen speziell im Gemeindeteil Anzenkirchen hohe Wellen schlägt. Auf der Tagesordnung der Sitzung des Marktgemeinderates steht die Stellungnahme zu der vom Zweckverband Wasserversorgung Rottal (ZWR) im Bereich Lehndobl geplanten Bohrung von drei Tiefbrunnen. Hierzu haben zahlreiche Anwohner aus den umliegenden Orten kurzfristig noch ein Schreiben an Bürgermeister Walter Czech und die Gremiumsmitglieder gerichtet. Darin appellieren sie an die Gemeindeverantwortlichen das ZWR-Vorhaben abzulehnen.
Initiativ geworden ist man in der Bevölkerung der näheren und weiteren Umgebung des vorgesehenen Brunnenstandortes gleich nach der ZWR- Informationsversammlung vom vergangenen Dienstag im Pfarrzentrum (die PNP berichtete). In einer kurzfristig bei der Familie Eder, Brunning, anberaumten Zusammenkunft waren die Anwesenden sich einig, dass die gestellten Fragen von den Fachleuten der Wasserwirtschaftsverwaltung nur sehr unzureichend und oberflächlich beantwortet worden seien. So heißt es in dem der PNP vorliegenden Schreiben als einleitende Feststellung. „Auf Grund der mangelnden Informationen und der Art des Ablaufs der Versammlung können wir derzeit kein Vertrauen in das geplante Projekt setzen“.
Weiterhin wird ausgeführt: „Wir, als betroffene Bürger, möchten noch einmal darauf hinweisen, dass auch wir für Versorgungssicherheit durch gemeinsame, widerstandsfähige und ganzheitliche Lösungen sind. Aber wir sind gegen eine Konzentration von Brunnen oder hohen Wasserentnahmen aus einem begrenzten Grundwasserkörper –zum Einen aus Gründen des Grundwasserschutzes (Menge und Qualität) und zum Anderen in Bezug auf Krisensicherheit.“
In dem Schreiben wird, insbesondere als Erkenntnis aus der Info-Versammlung, beklagt, dass die Bedenken der Anwohner von den Verantwortlichen von ZWR und Fachstellen nicht ernst genommen würden:
 
„Wir denken, dass der wirtschaftliche Faktor hinten angestellt werden muss und die Wasser-Ressourcen im südlichen Bereich der Rott für nachfolgende Generationen gesichert sein müssen“
In dem Schreiben wird dazu beispielhaft der Fall Simbach am Inn angeführt. Hier habe man bei der Hochwasserkatastrophe vom 1. Juni 2016 gesehen, dass zwei Brunnen im Abstand von fünf Kilometern in einer Krisensituation auch noch zu nahe beieinander sein können.
Daraus folgernd heißt es im abschließenden Schlussappell der Anwohner an Bürgermeister und Marktgemeinderäte: „Wir sollten daraus für die Zukunft lernen. Wir bitten Sie deshalb alle unsere bereits geäußerten Bedenken bei Ihrer Abstimmung zu berücksichtigen und das Projekt Brunnenbohrung Lehndobl abzulehnen.“
Dies würde dann wohl auch das Aus für dieses Vorhaben bedeuten. Denn der Vorsitzende
des ZWR, Egglhams Bürgermeister Hermann Etzel, hatte bei einer Informationsversammlung Anfang Mai erklärt: “Wenn wir den Marktgemeinderat nicht überzeugen können, wird die ZWR-Verbandsversammlung gegen den geschlossenen Widerstand der Mitgliedsgemeinde Triftern nicht für den Standort Lehndobl stimmen.“
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