Bürgerhilfe Anzenkirchen ist jetzt auch mobil in Einsatz
 
Anzenkirchen. Über eine 7-sitzige Limousine verfügt jetzt der Verein Bürgerhilfe „Ein Dorf hilft“, deren Beschaffung im Rahmen des Programms „500 Landinitiativen“ vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wurde. Mit dem Fahrzeug, das dieser Tage den kirchlichen Segen erhalten hat, soll die Mobilität für die  ortsansässigen Flüchtlinge, Senioren und Jugendlichen verbessert werden.
Die Segnung, zu der auch 2. Bürgermeister Karl Altmann sowie die Markträte Adolf Stapfer und Rainer Schachtner gekommen waren, fand vor einem anschließenden Gottesdienst am Kirchenvorplatz durch Pfarrer Dr. Waldemar Hadulla statt. Er lobte dabei besonders das soziale Engagement der Bürgerhilfe im Dorfleben. Mit dem Vorhandensein eines Fahrzeuges würden diese Aktivitäten noch unterstützt. Dazu wünsche er beständig unfallfreie Fahrt, so der Seelsorger.
Nach der vorausgehenden Begrüßung durch Bürgerhilfe-Vorsitzenden Hermann Ertl hatte Bürgermeister Walter Czech in einem Grußwort den Verein beglückwünscht, dass er vom Ministerium unter über 800 Bewerbern aus ganz Deutschland auf das beantragte Projekt „Mobilität – Ein Auto für unser Dorf“ den Zuschlag für eine Förderung erhalten habe. Mit dem nun zur Verfügung stehenden Fahrzeug würden sich viele Verbesserungen für ältere und jüngere Bewohnern in Sachen Hilfeleistungen einstellen.
Im Anschluss an den Gottesdienst erfolgte im Garten des Pfarrzentrums mit einem Sektempfang die Vorstellung des Pilotprojektes. Was sich dahinter verbirgt  erläuterte Hermann Ertl den Anwesenden, unter ihnen Ursula Müller vom Landratsamt-Bürgerschaftliches Engagement und Anna Hraska, die Jugendbeauftragte des Marktes. Mit der finanziellen Zuwendung des Ministeriums könne die Limousine für zwölf Monate finanziert werden. Sie könne in diesem Zeitraum für Fahrten zu Ärzten, Krankenhäusern, Behörden oder Veranstaltungen eingesetzt werden.
 
Ertl ließ dann kurz die Vorgeschichte der Förderung im Programm „ 500 Landinitiativen“ von der Antragstellung durch die Bürgerhilfe-Vorstandschaft, bis hin zum Zuwendungsbescheid Revue passieren. Nach dessen Vorliegen habe man schnell reagieren müssen, um ein kostengünstiges Angebot für ein Leasingfahrzeug zu finden. Man sei bei einem KölnerAutoservice fündig geworden und habe einen SEAT „Alhambra“ angemietet, dessen Kosten (Finanzierung und Kraftstoff) durch die Zuwendung voll gedeckt seien.
Der Vorsitzende blickte zum Abschluss seiner Ausführungen auch in die Zukunft, in der man nach etwa einem dreiviertel Jahr entscheiden werde ob dieser mobile Einsatz der Bürgerhilfe von Dauer sein werde. Hierüber würden die gesammelten Erfahrungen über die Akzeptanz des Fahrzeugs, den Bedarf und etwaige aufgetretene Probleme entscheidend sein. Die Kardinalfrage schließlich werde Ertl zufolge sein, wie man ein solches Fahrzeug ohne die staatliche Zuwendung finanzieren könne.
Und so soll das Projektziel „Verbesserung der Mobilität“ umgesetzt werden:
Die Bestellung des Fahrzeugs erfolgt über die zentrale Telefonnummer 08562/9627358, von wo auf den jeweiligen Fahrer umgeleitet wird. Regelmäßige Fahrten von Anzenkirchen nach Triftern (zu Ärzten, Rathaus u.ä.) finden jeden Dienstag um 8.30 Uhr statt. Abfahrtstellen sind das Buswartehäuschen an der Hauptstraße und das alte Feuerwehrhaus. Die Rückfahrt ist für 10.30 Uhr vorgesehen, bzw. nach Absprache. Nach Bedarf werden auch Fahrten zu Ärzten in Pfarrkirchen, Bad Birnbach oder Eggenfelden durchgeführt.
Fahrten zu den Krankenhäusern Pfarrkirchen und Eggenfelden finden – nach Bedarf - am Mittwoch um 13.30 Uhr (an den vorgenannten Abfahrtsstellen) mit Rückfahrt um 15.30 Uhr ab Eggenfelden und 15.45 Uhr ab Pfarrkirchen statt. Weiters steht das Fahrzeug der Anzenkirchner Jugend einmal im Monat zu Fahrten ins Kino zur Verfügung Und grundsätzlich gilt: Das Auto steht nicht nur Mitgliedern der Bürgerhilfe zur Verfügung. Alle Fahrten sind kostenlos.
  • er
Bildtext:
Strahlende Gesichter nach der Segnung des Fahrzeugs der Bürgerhilfe Anzenkirchen durch Pfarrer Dr. Waldemar Hadulla (rechts) bei Vorsitzenden Hermann Ertl (Mitte) und Bürgermeister Walter Czech.
Foto:red