Bauausschuss-Themen: Bauanträge im Überschwemmungsgebiet
 
Triftern. Anträge auf Genehmigung von Wohnhausbauten im Überschwemmungsgebiet des Altbachs hatte der Bauausschuss auf der Tagesordnung seiner jüngsten Sitzung. Während bei diesen jeweils eine positive Stellungnahme abgegeben wurde, war dies bei einem vorliegenden Antrag auf Vorbescheid nicht der Fall.
Dieser war von einer Bürgerin aus Anzenkirchen gestellt worden und betraf die Bebauung zwei in ihrem Eigentum stehender Grundstücke an der Altbachstraße in Anzenkirchen. Das zwischen den Anwesen Gmeiner und Willeitner liegende Areal könnte Geschäftsleiter Siegfried Schmied mit Wohnhäusern bebaut werden, allerdings nur wenn ein 100-jähriger Hochwasserschutz gegeben sei. Weil die Grundstücke derzeit unbebaut seien, bestünde auch kein Bestandschutz, wie dies  bei Ersatzvorhaben im Überschwemmungsgebiet der Fall sei.
Hermann Ertl befand diese Vorgabe für den richtigen Weg. Er plädierte dafür, einer Bebauung auf derartigen Grundstücken grundsätzlich nicht zuzustimmen. Bürgermeister Walter Czech bekräftigte diese Richtschnur: „Wir müssen hier eine klare Linie fahren“. Die
Entscheidung des Gremiums fiel demgemäß aus. Der einstimmig ergangene Ablehnungsbeschluss wurde dahingehend ergänzt, dass erst nach erfolgter Hochwasserschutzmaßnahme in Anzenkirchen über eine Bebauung der Grundstücke erneut beraten werden könne.
Zu den angesprochenen Ersatzvorhaben im Überschwemmungsgebiet des Altbachs hatte der Bauausschuss über zwei entsprechende Bauanträge zu befinden. Sowohl bei der Errichtung eines Zweifamilienhauses in Anzenkirchen an der Loderhamer Straße als auch beim Neubau eines Einfamilienwohnhauses in Triftern an der Anzenkirchener Straße wurde einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt. In beiden Fällen wurde im Beschluss darauf verwiesen, dass die Bauvorhaben im vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet des Altbachs liegen.
 
Nicht unisono war die Diskussion und Abstimmung zum Antrag auf Vorbescheid. Dieser zielte darauf ab, auf dem Grundstück an der Blumenstraße in Anzenkirchen, auf dem zwischenzeitlich das vom Hochwasser zerstörte Anwesen der Familie Kahle beseitigt worden ist, ein Wohnhaus errichten. Auch bei der beabsichtigten hochwasserangepassten Bauweise könne er dieses Vorhaben an einem solchen Standort direkt neben dem Altbach nicht verstehen, war die Meinung von Adolf Stapfer.
Geschäftsleiter Schmied führte dazu die Rechtslage an, wonach ein Ersatzhaus an gleicher Stelle errichtet werden dürfe, unabhängig von den Eigentumsverhältnissen des Grundstücks. Bei zwei Gegenstimmen (Andreas Resch und Josef Hasmann) wird die Bauvoranfrage befürwortend vom Markt an das Landratsamt weitergeleitet.
Unter „Anfragen“ wollte 2. Bürgermeister Karl Altmann wissen, wie der Verfahrensstand bei den zur Bebauung vorgesehen Gebieten in Anzenkirchen sei. Siegfried Schmied erklärte, dass mit dem Beginn der Bauarbeiten an dem Gelände an der Bahnhofstraße in
Kürze zu rechnen. Beim Wohngebiet an der Schwaibacher Straße sei der Bebauungsplan kurz vor der Fertigstellung. Man könne deshalb davon ausgehen, dass die Erschließung des Areals im Frühjahr angegangen werden könne und eine Bebauung der Parzellen ab Mitte nächsten Jahres realistisch sei, so der Geschäftsleiter.
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Erst wenn in Anzenkirchen Maßnahmen für einen 100-jährigen Hochwasserschutz durchgeführt worden sind ist auf diesem Areal an der Altbachstraße eine Wohnbebauung möglich. Der Bauausschuss fasste zu einer vorliegenden Bauvoranfrage einen entsprechenden Beschluss.
Foto: Reiter