Beleuchtungskonzept für Rathaus und FFW-Haus hat noch Gesprächsbedarf
 
Triftern. Im Rahmen eines Förderungsprogrammes des Bundes-Umweltministeriums zur  Verringerung des Energieverbrauchs in öffentlichen Gebäuden soll die Innen-Beleuchtung im Rathaus und im Feuerwehrgerätehaus Triftern verbessert werden. Die Vorstellung der ersten Schritte des Sanierungskonzeptes mit dem Ziel in beiden Gebäuden auf eine hocheffiziente LED – Beleuchtung umzustellen, hatte der Marktgemeinderat jetzt auf seiner Tagesordnung. Eine richtungweisende Entscheidung zu der Maßnahme, die über 141.000 Euro kosten würde, wird allerdings erst in einer der nächsten Sitzungen fallen.
Der Punkt wurde auf Vorschlag von Bürgermeister Walter Czech vertagt, weil „es noch einigen Gesprächsbedarf gebe“. Diesen habe die Präsentation der Thematik durch Vertreter des vom Markt beauftragten Planungsbüros Veit aus Waldkirchen herbeigeführt. Deren Ausführungen zur Ermittlung der Energieeinsparung, lediglich auf Bestandsaufnahme – Richtwerten basierend, führten offenkundig im Gremium zu Irritationen.
Dies war bei den einleitenden Darlegungen der Büromitarbeiter Manfred Königseder und Fabian Frisch noch nicht der Fall. Anlass für die vorgesehene LED-Umrüstung sei das Alter der Beleuchtungsanlagen im Rathaus (aus dem Jahre 1982) und dem FFW-Gerätehaus (1988). Das Resultat wäre eine effektive Energieeinsparung und damit verbunden eine Reduzierung der CO2 – Emissionen von mindestens 50 Prozent. Einhergehend mit dem Einbau einer nutzungsgerechten Steuerungs- und Regeltechnik könne eine Einsparung von bis zu 80 Prozent der Stromkosten erreicht werden. Die Umstellungsmaßnahme werde vom Bund mit 30 Prozent der Kosten bezuschusst.
Die danach von den Planern vorgelegten Zahlen führten sowohl zu Verwirrung als auch zu Kritik im Gremium. Dies speziell deswegen, weil deren Ermittlung nicht in den Räumlichkeiten der beiden Gebäude erfolgte, sondern auf Grund von Betriebszeiten nach DIN-Richtwerten. Adolf Stapfer bezeichnete diese Methode als realitätsfremd, weil die Betriebsstunden nicht theoretisch festgelegt werden könnten, sondern individuell und Nutzerabhängig seien.
 
Für nahezu alle Räume im Rathaus und FFW-Haus hatte das Planungsbüro eine DIN-Betriebszeit von 2.750 Stunden/Jahr seiner Berechnung zugrunde gelegt. Büroräume, Besprechungszimmer, WC und Sanitärräume sowie auch Aufenthaltsräume wurden mit diesem Wert hochgerechnet, lediglich die FFW-Werkstatt sieht die DIN-Vorschrift  2.250 Stunden vor.
Am Ende summierte sich hier beim Rathaus ein Gesamtverbrauch der bestehenden Beleuchtungsanlage von fast 46.000 kWh/Jahr. Den Planern zufolge könnten durch die
LED-Umstellung über 37.000 kWh/Jahr eingespart werden, womit die künftige Neuanlage nur noch knapp 9.000 kWh Jahresverbrauch hätte. In gleicher Relation stellte sich auch das Ergebnis beim FFW-Gerätehaus ein. Von aktuell fast 30.000 kWh - Jahresverbrauch würde dieser um etwa 25.000 kWh auf ca. 4.5000 kWh/Jahr zurückgehen. Analog würden sich auch die Stromkosten erheblich reduzieren – beim Rathaus von rund 10.500 Euro auf 2.000 Euro und beim Gerätehaus von fast 7.000 Euro auf 1.000 Euro.
„Diese fiktive Berechnung ist zwar schön, aber nichts wert“ kommentierte Kämmerer Egon Harböck dieses Zahlenspiel und Geschäftsleiter Siegfried Schmied knüpfte an, dass der Markt eigentlich ein Konzept mit konkreten Einzelberechnungen für jeden Raum erwartet habe. Letztlich lägen auch die vom Büro errechneten Sanierungskosten in nicht umsetzbaren Dimensionen. Nahezu 106.000 Euro für das Rathaus und über 35.000 Euro für das FFW-Gerätehaus, wären auch trotz Förderung für den Markt beträchtliche Ausgaben. Bei den Gesamtkosten von 141.000 Euro müssten fast 99.000 Euro aus der Gemeindekasse für die LED-Umstellung in beiden Gebäuden aufgewendet werden.
Für diesen Betrag gebe es auch andere Möglichkeiten der Verbesserung der Beleuchtungsanlagen, meinte Mario Einkammerer. Josef Hasmann kam mit dem Zahlenwerk nicht klar und stellte in den Raum, was man sich mit dieser Maßnahme eigentlich sparen könne. 2. Bürgermeister Karl Altmann hegte schließlich Zweifel an dem Vorhaben generell: „Ist dieses eine dringende Notwendigkeit“.
Antworten auf diese und weitere offene Fragen soll es nach dem von Bürgermeister Czech angekündigten Gespräch mit dem Büro Veit geben und daraus folgernd auch eine Entscheidung des Marktgemeinderates über die weitere Vorgehensweise.
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