Bauvorhaben von Vereinen: Einheitlich 15 Prozent Zuschuss vom Markt
 
Triftern. 15 Sportstätten, allesamt mit Vereinsgebäuden, gibt es im Gemeindegebiet, von denen sich 11 auf Grundstücken des Marktes befinden. Zurückliegend wurden bauliche Vorhaben der jeweiligen Vereine zumeist mit 15 Prozent von deren Barleistung bezuschusst. Jetzt wurde dieser Satz der Kostenbeteiligung vom Marktgemeinderat als einheitliche Richtschnur für alle künftigen Objekte beschlussmäßig - bei drei Gegenstimmen – festgeschrieben.
Wie Kämmerer Egon Harböck in der Sitzung ausführte, sei es dem Markt immer schon ein Anliegen, die gemeindlichen Vereine bei ihren Baumaßnahmen bestmöglich zu unterstützen. Dabei würden sich die einzelnen Förderungen ähneln, seien aber letztlich nicht immer identisch. Um hier zukünftig kein Konkurrenzdenken unter den Vereinen zu schüren wäre es sinnvoll, eine einheitliche Regelung bei der Bezuschussung zu treffen. Dies würde dann von Anfang an eine gewisse Planungssicherheit  bei den Vereinen sicherstellen, so Harböck.
Er zeigte dann in einer Übersicht auf, welche Vereine Sportstätten besitzen würden und wer hier Eigentümer des jeweiligen Grundstücks sei. Nur der TSV Triftern (Sportplatz), der EC Triftern (Stockschießhalle), der TSV Anzenkirchen (Ausweichsportplatz am TSV-Sportgelände) und die Altbachschützen Anzenkirchen (Erbbaurecht für Schützenhaus) stünden auf Vereinsseite dementsprechend im Grundbuch.
Elfmal wurden der Auflistung zufolge von der Gemeinde Grundstücksflächen zum Bau von Sportstätten durch Vereine zur Verfügung gestellt. Bei drei Anlagen war der Markt Bauherr
Vereinsheime und stehen insoweit auch in seinem Eigentum (TSV Anzenkirchen, Tennisclub Triftern, Tennisclub Anzenkirchen).
Wie der Kämmerer dann weiter vortrug, habe der Planungsausschuss die Thematik beraten. Das Gremium sei übereingekommen, dass es bei der Vereinsförderung keinen Unterschied machen solle, ob sich das Vereinsheim bzw. die Sportstätte auf einem öffentlichen (Gemeinde) oder einem privaten (Verein) Grundstück befinde.
 
Neben der Bezuschussung von Vereinsbaumaßnahmen seien hier auch noch die anfallenden Herstellungsbeiträge für den Anschluss an die zentralen Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen ein finanzieller Faktor. Auch in diesen Fällen solle es, nach der Empfehlung des Planungsausschusses, eine Unterstützung für die Vereine geben, schloss Harböck die Sachverhaltsdarlegung ab.
In Konsequenz daraus legt der Marktgemeinderat fest, dass Vereinsbauvorhaben weiterhin mit 15 Prozent der Barleistung des Vereins bezuschusst werden. Bei den Herstellungsbeiträgen werden jeweils die Hälfte vom Markt übernommen. Eine Ausnahme gilt für Verbesserungsbeiträge. Diese sind von den Vereinen in voller Höhe selbst zu tragen. Klargestellt wurde auch noch, dass diese Regelungen sowohl für Neubauten als auch für größere Sanierungen (Generalsanierungen) gelten.
Helmut Weidacher konnte sich mit der 15 Prozent-Modalität nicht anfreunden. Das vom Kämmerer als Motiv genannte „Gleichmaß für alle Vereine“ gehe ins Leere, wenn die gemeindliche Kostenbeteiligung zur Projektfinanzierung nicht ausreiche. Er stimmte insoweit gegen den Beschluss, ebenso wie Josef Altmannshofer und Hermann Ertl.
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Einheitlich mit 15 Prozent der Barleistung des Vereins werden künftig Bauvorhaben von Vereinen aus der Gemeindekasse bezuschusst. Dies gilt auch für das Sportheim des TSV
Anzenkirchen (Bild), das im Eigentum des Marktes steht. Das in 1972/73 von der Gemeinde erstellte Gebäude wurde vom Hochwasser 2016 stark beschädigt. Der für heuer vom Sportverein geplante Neubau wird nach einer vorläufigen Schätzung rund 470.000 Euro kosten, wofür es 150.000 Euro Zuschuss vom Freistaat Bayern gibt.
Foto: Reiter