Gemeindeentwicklung: Für die Zukunft gut aufgestellt sein
Von Edwin Reiter
 
Triftern. Engagiert und initiativ begegnen möchte der Markt den mit dem demografischen Wandel in Zusammenhang stehenden gesellschaftlichen Veränderungen. Er strebt daher eine städtebaulich geordnete Entwicklung für den Hauptort Triftern, aber auch für die Orte Anzenkirchen und Neukirchen an.
Diese Absichtserklärung wurde vom Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlussmäßig festgeschrieben. Um diese Zielsetzung auch Wirklichkeit werden zu lassen, soll ein Gremium gebildet werden, von dem als erster Schritt mögliche Handlungsfelder erarbeitet werden sollen. Damit solle der Markt im Wettbewerb zu anderen Kommunen durch aktive Planung für Bevölkerung, Handel und Wirtschaft attraktiv bleiben.
Weshalb man sich mit diesem bedeutsamen kommunalen Segment im Rathaus beschäftigen müsse, legte Geschäftsleiter Siegfried Schmied dar. Seinen Ausführungen zufolge müsse man auf gesellschaftliche Veränderungen wie die demografische Entwicklung, den wirtschaftlichen Wandel, Sparzwang, Energie- und Klimawandel sowie Abwanderung reagieren. Damit der Markt bei diesen Gegebenheiten für die Zukunft gut aufgestellt sei, gelte es rechtzeitig tragfähige Konzepte und Strategien zu entwickeln.
Die drei größten Orte sollten in den kommenden Jahren gezielt weiterentwickelt, so Schmied weiter. Hierzu könnte in Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro ein Gemeindeentwicklungskonzept erstellt werden. Für sinnvoll gehalten werde dies auch vom Planungsausschuss, der in einer vorausgehenden Sitzung diesen Punkt schon auf seiner Agenda gehabt habe. Die Kosten für ein derartiges Konzept lägen bei etwa 20.000 Euro, könnten aber vom Freistaat Bayern mit bis zu 60 Prozent bezuschusst werden.
Mit oder ohne Förderung waren die Planungskosten 3. Bürgermeister Andreas Resch zu viel: „Ich bin dagegen, weil wir das Geld für andere Zwecke, wie Hochwasserschutz brauchen“. Auch Hermann Ertl konnte sich mit einer Planungsbüro-Beauftragung nicht anfreunden. Er sei der Ansicht, „dass wir manches selber machen können“. Als Beispiel nannte er dazu die Ermittlung des Leerstandes von Wohn- und Gewerberaum.
 
Dr. Edgar Wullinger pflichtete diesem Vorschlag bei. Die Ermittlung des Ist-Zustandes speziell im Ort Triftern halte er für besonders wichtig. Die gegenwärtige Entwicklung gleiche einem faulen Apfel. Man müsse deshalb alles tun um für eine Wiederbelebung zu sorgen.
Eine solche, so Josef Altmannshofer, komme nur zustande, wenn man auch Investoren habe. Nur dann bringe auch das in Rede stehende Entwicklungskonzept einen Sinn.
„Dem Sterben des Ortskerns Triftern entgegenzuwirken“, müsse Helmut Weidacher zufolge ein vorrangiges Anliegen des Marktgemeinderates sein. „Dazu müssen wir aber auch wissen, was wir wollen“ hatte Dr. Rudolf Schwetlik in seinem vorangegangen Redebeitrag angemerkt. Auf seine Anregung hin wurde der ursprüngliche Beschlussvorschlag, der nur eine Entwicklungsplanung für den Ort Triftern vorsah, erweitert und die Orte Anzenkirchen und Neukirchen einbezogen.
Dass die Einschaltung eines Planungsbüros, zumindest vorerst, vom Tisch ist, war schnell erkennbar. „Wir sollten uns von Externen nichts drüberstülpen lassen“ hatte Dr. Schwetlik in sein Statement noch einfließen lassen, was letztlich die Einrichtung eines Gremiums im endgültigen Beschluss zur Folge hatte. Ganz intern wird die Erstellung eines Gemeindeentwicklungsplanes vielleicht doch nicht ablaufen. Wenn es nach dem Vorschlag von Hermann Ertl geht, solle mit der Stabsstelle Kreisentwicklung des Landratsamtes zusammen gearbeitet werden. Ob diese Kooperation machbar ist, will Geschäftsleiter Schmied mit dem Landratsamt klären.