13 Mio Euro- Haushalt 2018 wird ohne Kreditaufnahme „gefahren“
Von Edwin Reiter
 
Triftern. So gut steht es um die Finanzen des Marktes nicht jedes Jahr, dass der Etat ohne Kreditaufnahme „gefahren“ werden kann. In dem vom Marktgemeinderat am Dienstagabend einstimmig beschlossenen Haushaltsplan 2018 ist dies der Fall – und dies bei einem Volumen von 13.117.270 Euro.
Der Erlass der Haushaltssatzung war keine große Prozedur mehr, nachdem in vorausgegangenen Sitzungen mit Vorberatungen von Verwaltungs- und Vermögenshaushalt sowie der Projektliste < 2002 plus > bereits die Weichen dafür gestellt waren. Insoweit waren auch die Genehmigung des Finanzplans 2017 bis 2021 sowie des Wirtschaftsplanes 2018 der Gemeindewerke gewissermaßen nur Formsache.
Für die Ausarbeitung des Zahlenwerks und die gestaffelte Etatvorbereitung gab es mit Beifall des Gremiums bedachte anerkennende Worte von Bürgermeister Czech für Kämmerer Egon Harböck. Vorausgehend waren von diesem einige grundsätzliche Anmerkungen zu dem Zahlenwerk gemacht worden. Fragen dazu wurden aus dem Gremium nicht gestellt.
Der Haushaltsplan dieses Jahres schließt mit 8,493 Mio Euro im Verwaltungs- und 4.624 Mio Euro im Vermögenshaushalt ab. Der Gesamtansatz von 13,117 Mio Euro liegt damit in Sichtweite des Rekordetats von 2017, der mit 14.180 Mio Euro abgeschlossen worden war. Im Wirtschaftsplan der Gemeindewerke wurden die Erträge und Aufwendungen des Erfolgsplans mit 917.000 Euro festgesetzt. Der Ansatz für die Einnahmen und Ausgaben des Vermögensplans beläuft sich auf 1.558 Mio Euro. Kreditaufnahmen sind in der Satzung für den Investitionsbereich lediglich für die Gemeindewerke mit 694.000 Euro vorgetragen.
Die größten Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt sind die Einkommensteuerbeteiligung mit 2,600 Mio Euro, (um rund 107.000 Euro höher als 2017)  die Schlüsselzuweisung mit 1,694 Mio Euro (ein Plus von 93.500 Euro gegenüber 2017), sowie die Gewerbesteuer mit 1,000 Mio Euro (529.000 Euro weniger als das Vorjahresergebnis).
Bei den Ausgaben verzeichnet die Kreisumlage trotz des reduzierten Hebesatzes (46,5 %) einen Anstieg um 56.000 Euro auf 2.199 Mio Euro. Bei den Personalkosten wird mit 2.101 Mio Euro gerechnet (Vorjahr 1,997 Mio Euro) und bei den Sachaufwandskosten mit 2,066 Mio Euro gegenüber 2.127 Mio Euro in 2017.
Der Zuführungsbetrag vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt wird heuer in der Größenordnung von 887.000 Euro liegen. Kämmerer Harböck merkte dazu an, dass dieser Betrag die gute konjunkturelle Lage und die damit verbundenen erfreulich hohen Steuereinnahmen des Marktes widerspiegeln würden. In den vergangenen zwei Jahren habe es bedingt durch die Hochwasserschadensbeseitigungen erhebliche Schwankungen gegeben. So hätte in 2016 der Überführungsbetrag nur 35.000 Euro betragen, während sich in 2017 ein Rechnungsergebnis von 2.480 Mio Euro eingestellt habe.
In diesem Jahr sind die wesentlichsten Maßnahmen im Vermögenshaushalt  die Baugebietserschließungen in Anzenkirchen, Neukirchen und Gewerbegebiet Furth, Ausbau von Orts- und Gemeindestraßen sowie die Fortsetzung des Breitbandausbaues.
Zur  Entwicklung der Schulden merkte Egon Harböck an, dass diese zum Jahresende um 163.000 Euro auf 2.402 Mio Euro sinken würden. Es entspreche dies einer Pro-Kopf-Verschuldung von 464 Euro/Einwohner, womit sich der Markt nach wie vor weit unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden (731 Euro/Einw.) befinde. Hinzugerechnet werden müsse allerdings auch noch die Verschuldung der Gemeindewerke, die zum Jahresende 2018 ohne neue Kreditaufnahme bei 2.680 Mio Euro liegen werde.
Der abschließende Blick des Kämmerers in die nahe (finanzielle) Zukunft des Marktes war indes nicht sehr verheißungsvoll, wenn ab 2020 die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen am Altbach in Triftern starten würden, bei denen die Gemeindebeteiligung nach bisherigem Stand bei rund fünf Millionen Euro liegen werde. Nachdem im Finanzplan und Investitionsprogramm bis 2021 ohnehin schon Gesamtinvestitionen von 4,30 Mio Euro vorsehen seien, würde der zu erwartende Kostenanteil des Marktes für einen massiven Schuldenanstieg sorgen.
Die Prämisse müsse deshalb Harböck zufolge sein, die Sparmöglichkeiten im Verwaltungshaushalt unbedingt auszuschöpfen. Darüber hinaus sollten zusätzliche dauerhafte Belastungen soweit wie möglich vermieden werden.
 
Bilder:
Diagramme Haushaltsplan Markt Triftern 2018