Jubiläumsjahr 1988 war Wegbereiter für die Marktkernsanierung
Von Edwin Reiter
 
Triftern. Heute, Mittwoch, 25. April 2018, jährt es sich zum 30. Male, dass das Jubiläumsjahr 1988 des Marktes seinen Anfang nahm. Gleich fünf „runde“ Geburtstage konnte die 1978 entstandene Einheitsgemeinde feiern. Mit einer Serie von fast 300 Veranstaltungen ist diese Festivität in die Annalen der geschichtsträchtigen Gemeinde Triftern eingegangen, zumal sie auch Ausgangspunkt für die Jahrhundertmaßnahme „Neugestaltung des Marktkerns“ war
Ende November 1988 klang das Jubiläumsjahr unter der Schirmherrschaft des damaligen Regierungspräsidenten Dr. Herbert Zeitler aus. Hauptanlass war 600 Jahre Marktrechte Triftern gewesen, nachdem diese im Jahre 1388 in der ältesten vorhandenen Urkunde, einem Giltverzeichnis, dokumentiert ist. Begangen werden konnte auch das 1.150-jährige Bestehen des Ortes Triftern im Hinblick auf die erstmalige urkundliche Erwähnung des Ortes „Truftara“ zwischen 818 und 838.
Weitere Anniversarien waren das 850-jährige Bestehen des Ortes Anzenkirchen (1138 erstmals erwähnt die „Kirche des Anzio“), und das 655-jährige Bestehen des Ortes Neukirchen (1333 erster Hinweis auf den Ortsnamen „Newenkirchen“). Schließlich jährte sich  mit „10 Jahre Großgemeinde Triftern“ noch ein relativ junger Anlass. Am 1. Mai 1978  war mit der Eingliederung der Gemeinde Neukirchen in den Markt die letzte Zusammenlegung
im Rahmen der Gebietsreform erfolgt. Dieser waren zum 1.Januar 1971 die Eingemeindungen von Lengsham, Voglarn und Wiesing sowie zum 1. Januar 1972 von Anzenkirchen vorausgegangen.
Das Festjahr 1988, das in die Amtszeit von Bürgermeister Alois Englberger (1987–1990) fiel, hatte am 25. April mit einer Auftaktveranstaltung im Gasthaus „Zur Post“ seinen Ausgang genommen. Dieser Termin war von den Organisatoren im Rathaus wegen seines historischen Bezugs gewählt worden. Am 25. April 1486 hatte nämlich Herzog Georg der Reiche dem Markt Triftern das Wappen verliehen.
Das dann bis zum 28. November dauernde Festprogramm hatte einige Höhepunkte zu bieten. Dazu gehörten der „Tag der Großgemeinde“ im Rahmen des Volksfestes sowie die Einweihung des neuen Gerätehauses der Stützpunktfeuerwehr Triftern. Dabei wurden auch die drei neuen Einsatzfahrzeuge den Freiwilligen Feuerwehren Lengsham, Voglarn und Wiesing übergeben. Hervorstechend war auch der Festzug mit  über 1.500 Teilnehmern aus Vereinen und Gruppen am Erntedanksonntag, mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche, zelebriert von Pfarrer Johann Schoßleitner.
Herausragendster Anlass war der große Festakt am 1. Oktober 1988 in der Schulturnhalle mit Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Altbürgermeister Hanns Dobler. Diese Veranstaltung war für den Markt nicht nur ein gesellschaftliches Ereignis. Er brachte auch durch die Zusicherung des Regierungspräsidenten im folgenden Jahr den Start in die Städtebauförderungsmaßnahme „Neugestaltung Marktkern Triftern“. Diese wurde in drei Bauabschnitten im Zeitraum von 1992 bis 2001 mit Investitionskosten von rund 2,5 Mio Euro durchgeführt.
Während der etwas mehr als fünf Monate zwischen Eröffnung und Finale des Jubiläumsjahres stellten sich noch weitere Maßnahmen ein, die ihren Ursprung in diesem Anlass hatten. So wurde das Kreuz am Kalvarienberg neu gestaltet und die Mariensäule des Marktbrunnens restauriert. Auch für die Innenrenovierung der Trifterner Pfarrkirche war dieses Großereignis der Auslöser.
Begleiterscheinungen der diversen Festlichkeiten gab es auch in anderer Form, wie beispielsweise den Festkalender, einer Mischung aus Festschrift, Ortschronik und Kalendarium der rund 300 Veranstaltungen der 95 Vereine und Organisationen der Gemeinde.
Aufmerksam gemacht wurde auf das Jubiläumsjahr durch eine von der damaligen Raiffeisenbank herausgegebene Gedenkmedaille und mit einem Marktwappen-Werbestempel der Bundespost. Während dessen einjähriger Laufzeit wurden damit über eine halbe Million Postsendungen frankiert. Trotz der Fülle des Programms und des dabei Dargebotenem: die Ausgaben der Gemeindekasse hielten sich in vertretbaren Grenzen, wohl auch deswegen, weil die Rathaus-Verantwortlichen auf einen kostspieligen historischen Festzug verzichtet hatten. Diejenigen Veranstaltungen, die aber abliefen und die begleitenden baulichen Maßnahmen drückten dem Jahre 1988 einen unverkennbaren Stempel auf.
Heute, dreißig Jahre später, ist das Jubiläumsjahr 1988 „nur eine Erinnerung“, wie Bürgermeister Walter Czech in einer zurückliegenden Sitzung des Marktgemeinderates zu diesem Jahrestag meinte. Aber: “In zwanzig Jahren wird wieder groß gefeiert“ fügte dazu Geschäftsleiter Siegfried Schmied an.