Bürgercafé Anzenkirchen zum 2. Jahrestag der Hochwasserkatastrophe
Von Edwin Reiter  
 
Anzenkirchen. „Ein Dorf hilft“ hat die Bürgerhilfe als charakterisierenden Zusatz in seinem Vereinsnamen. Beim Bürgercafé am 2. Jahrestag der Flutkatastrophe vom 1. Juni 2016 wurde nicht nur dieses Markenzeichen sondern auch der beständig außergewöhnlich starke Zusammenhalt im 1.100-Einwohner-Ort einmal mehr sichtbar. Über 300 Besucher,
nicht nur Hochwassergeschädigte, waren dazu am Freitagnachmittag bei idealem Wetter zur Gedenkfeier in den Garten des Pfarrzentrums gekommen.
Bürgerhilfe-Vorsitzender Hermann Ertl zeigte sich bei seinen Begrüßungsworten erfreut über diese große Resonanz in der Bevölkerung und auch von Besuchern von aus vom Hochwasser betroffenen Nachbarorten. Dies sei ein Zeichen dafür, dass die Entscheidung für die Durchführung des seit Oktober 2016 monatlich stattfindenden Bürgercafés auch an diesem denkwürdigen Tag richtig gewesen wäre.
Für das leibliche Wohl wurde vom Bürgercafé-Helferteam unter Leitung von Sonja Brüggen und Steffi Mandlinger vorzüglich gesorgt. Zunächst gab es für die Besucher Kaffee und Kuchen, ab dem späten Nachmittag Grillspezialitäten, lecker zubereitet von Lore und Manfred Dullinger, sowie von Hans Hafner und Frank Kahle. Für die Grillmeister, ebenso die zahlreichen Spender der süßen Sachen und der Salate gab es Dankesworte von Hermann Ertl und großen Beifall der Anwesenden. Diese wurden auch bestens musikalisch unterhalten von der Band „BeggStage“ in der Besetzung Dr. Stefan Achhammer, Robert Stummer, Wolfgang Trier und Armin Voggenreiter.  
Eine bleibende Erinnerung an diese  Veranstaltung kreierten die Besucher in deren Verlauf selber. Sonja Brüggen hatte die originelle Idee für die Gestaltung eines von Anna Achhammer auf Leinwand gemalten Gästebaumes. Die Blätter dazu entstanden mit  in Farbe getunkten Daumenabdrücken, ergänzt mit dem Namen des Gastes.
Auch ein Gedenkgottesdienst stand wieder auf dem Programm, der von Pfarrer Dr. Waldemar Hadulla in der Pfarrkirche gefeiert wurde. Von Hermann Ertl wurde in einer
kurzen Rückblende an die Jahrtausendflut erinnert, die am Ort enorme Schäden mit fast 230 betroffenen Anwesen verursacht habe.
Durch den schnellen Einsatz der vielen Hilfsorganisationen, den mehr als 3.000 Helfern und den beteiligten Firmen aus nah und fern, sowie den großzügigen Geld- und Sachspenden sei ein überaus positives Zeichen für alle Geschädigten für einen Neubeginn gesetzt worden, so der Bürgerhilfe-Vorsitzende weiter. Er dankte hier allen, die in welcher Form auch immer hier eine Hilfestellung geleistet hätten. Besonders hob er hier das Förderprogramm des Freistaates Bayern hervor, ohne dessen hohe Zuwendungen eine Schadensbehebung in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.
Vieles laufe mittlerweile in geordneten Bahnen, jedoch noch nicht bei allen Betroffenen, auch wenn dies nach außen den Anschein habe. Hermann Ertl wünschte allen die noch mit den Folgen des Katastrophenereignisses zu kämpfen hätten viel Kraft. Sein abschließender Appell: „Halten wir zusammen, vor allem ohne Neid, und unterstützen wir gemeinsam diejenigen, die Hilfe nötig haben“.
Ertl erinnerte auch an den tragischen Unfalltod von Hubert Maier. Zu dessen Gedenken sowie auch an dasjenige der in Simbach ums Leben gekommenen Personen erhoben sich die Kirchenbesucher von ihren Plätzen.
Im Anschluss an den Gottesdienst traf man sich wieder im Garten des Pfarrzentrums, wo man dieses besondere Bürgercafé ausklingen ließ. Zu Gast waren dabei auch die Fluthelfer Michael Seidl und Josef Mittermeier (BRK) sowie Claudia Jakisch (Caritas), für deren Einsatz es extra Dankesworte von Vorsitzenden Ertl gab.
 
Bildtext:
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Mehr als 300 Besucher kamen am 2. Jahrestag der Hochwasserkatastrophe 2016 zu der von der Bürgerhilfe ausgerichteten Gedenkfeier in den Garten des Pfarrzentrums.
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Für perfekten Service sorgte das Bürgercafé-Helferteam unter Leitung von Sonja Brüggen und Steffi Mandlinger (von rechts), mit (vorne von links) Anita Wimmer, Romy Ertl, Irene Brehmer und Conny Wimmer, sowie (hinten von links) Katharina Czech, Alexandra Graßme und Resi Wullinger.
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Ein Gästebaum mit den Fingerabdrücken und Namen aller Bürgercafé-Besucher wird bleibende Erinnerung an diese Veranstaltung vom 1.Juni 2018 sein. Bürgerhilfe-Vorsitzender Hermann Ertl (rechts) bedankte sich bei Anna Achhammer, die den Baum mit dem Vereinslogo auf Leinwand gemalt hatte.
Fotos: Reiter