GBV erkundet Brenne im Europareservat Unterer Inn
 
Triftern. Eine Nachmittags-Exkursion zur Brenne im Europareservat Unterer Inn bei Ering-Eglsee unternahm der Gartenbauverein (GBV) bei optimalem Wetter. Die zahlreichen Teilnehmer erfuhren viel Wissenswertes über den dort vorhandenen Artenreichtum von Fauna und Flora bei einer Führung von Gebietsbetreuerin Andrea Bruckmeier.
Zunächst gab es von ihr Informationen „aus höherer Warte“ vom Vogelbeobachtungsturm über das Europareservat, das sich auf einer Länge von 55 Kilometern von der Salzachmündung bei Haiming bis zur Rottmündung bei Schärding erstreckt. Der Inn bilde hier gewissermaßen ein Mosaik aus Wasserflächen, Schlickbänken und Inseln. Über 300 Vogelarten seien hier bereits beobachtet worden, wozu auch seit 2008 ein Seeadler-Pärchen gehöre. Es sei äußerst selten, dass man den größten Greifvogel Mitteleuropas bei ihren Führungen zu Gesicht bekomme, erzählte Andrea Bruckmeier. Die GBV-Mitglieder hatten indes das Glück, dass sie zumindest einen der Könige der Lüfte im Flug erleben konnten.
Nach diesen besonderen Naturerlebnis-Einblicken vom Aussichtsturm ging es dann zur unweit davon gelegenen Brenne. Der sogenannte Biotop-Acker Eglsee ist ab dem Jahre 1998 durch den Landkreis Rottal-Inn angelegt worden. Auf vormaligen Maisfeldern wurde eine Fläche von rund acht Hektar nährstoffreicher, mit Pestiziden belasteter Oberboden abgetragen. Der dann zum Vorschein gekommene  kiesige Untergrund erlaube es weder Nährstoffen noch Wasser sich lange zu halten, erklärte Andrea Bruckmeier. Auf dieser Fläche würden überaus seltene Pflanzen wachsen, wie das Felsen-Fingerkraut, Nelken-Sommerwurz, Fransenenzian und verschiedene Arten von Orchideen. Letztere waren allerdings nicht mehr zu sehen, da sie schon verblüht waren. Ansonsten hatte die Flora der Brenne einiges zu bieten, von Eisenkraut über Thymian, Johanniskraut bis hin zum Klappertopf.
Bedingt durch den großen Blütenreichtum der Brenne, habe sich auch die Insektenfauna überaus positiv entwickelt. Sie ziehe jede Menge von Insekten und vor allem Schmetterlingen an.
 
Viele Raritäten von Pflanzen und Tieren hätte hier ein Zuhause gefunden und jedes Jahr kämen neue Arten hinzu, sagte Andrea Bruckmeier zum Abschluss des Spazierganges. Für ihre kompetenten Erläuterungen bekam sie nicht nur viel Beifall, sondern von 1. Vorsitzender Elisabeth Reiter auch noch als Präsent die GBV-Tasse. Zum Ausklang dieser Natur-Wanderung traf man sich noch im Biergarten des Eckinger-Wirts in Ering.
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Einen Spaziergang durch die Brenne bei Ering-Eglsee im Europareservat Unterer Inn unternahm der Gartenbauverein. Fachkundig geführt wurden die Teilnehmer von Gebietsbetreuerin Andrea Bruckmeier (11. von links)
Foto: Broda