Markt beteiligt sich bei der Finanzierung Skulpturenmuseum
Von Edwin Reiter
 
Triftern. Für die Instandsetzung des ehemaligen Gasthauses „Alte Post“ und dessen künftige Nutzung als Skulpturenmuseum stehen die Signale auf Grün. Bei dem in der Größenordnung von über 2,5 Millionen Euro kalkulierten Projekt steht zunächst eine Förderung des Freistaates Bayern von 900.000 Euro in Aussicht. Es sind dies 90 Prozent der aktuell zuwendungsfähigen Kosten von einer Million Euro, zu denen der Markt den Rest mit 100.000 Euro beisteuern wird.
Aus gemeindlicher Sicht ist dies allerdings noch keine endgültig beschlossene Sache, sondern eine gegenüber der Regierung von Niederbayern bekundete Absichtserklärung mittels einer „dringlichen Anordnung“ von Bürgermeister Walter Czech. Abgesichert sei diese, wie er in der Sitzung des Marktgemeinderates erklärte, durch eine E-Mail-Rundfrage bei den 20 Gremiumsmitgliedern, die mehrheitlich für die vorerwähnte Kosten-beteiligung des Marktes votiert hätten.
Auf Nachfrage von Josef Hasmann wie viele im Kollegium sich pro finanziellen Beitrag des  Marktes ausgesprochen hätten, antwortete Czech: „Ungefähr 12 waren dafür“. 3. Bürgermeister Andreas Resch gefiel die Methodik der Umfrage und deren Wertung nicht. „Die Mehrheit war dafür und mehr gibt es dazu nichts zu sagen“, entgegnete ihm dazu Walter Czech.
Warum es überhaupt zu diesem ungewöhnlichen Prozedere mit der Eilentscheidung des Bürgermeisters gekommen war, wurde von Geschäftsleiter Siegfried Schmied erläutert. Hiernach habe die Regierung am 24. Juli spätvormittags mitgeteilt, dass die Sanierung des denkmalgeschützten Anwesens „Alte Post“ noch im Jahre 2018 mit 90 % Zuschuss staatlich gefördert werden könnte. Damit diese Finanzierung zum Tragen kommen könne, sei vom Markt eine verbindliche Zusage über die 10%-Kostenbeteiligung bis spätestens 25. Juli mittags erwartet worden.
 
Da eine Sitzung des Marktgemeinderates von einem Tag auf den anderen nicht einberufen habe werden können, sei von Bürgermeister Czech die Angelegenheit - nach vorheriger Meinungsumfrage - der Gemeindeordnung entsprechend als „dringliche Anordnung unaufschiebbarer Geschäfte“ behandelt worden.
Wie der Geschäftsleiter dann ausführte habe man der Regierung gegenüber nicht nur die verpflichtende Zusage abgeben müssen, die Kofinanzierung von 10% zu sichern. Darüber hinaus sei von dieser vom Markt eine Grundsatzentscheidung zum „Bekenntnis der Innen-entwicklung vor Außenentwicklung“ verlangt worden. Es stehe dies in Zusammenhang mit der staatlichen Förderinitiative zur Belebung von Ortskernen und zur Flächenentsiegelung.
„Hätten wir diese Erklärung bis zum 25. Juli mittags nicht abgegeben, wäre das Projekt aus der Förderung für das Jahr 2018 gefallen“, so Schmied.
Wie er weiter darlegte, sei mit der Besorgung dieses unaufschiebbaren Geschäftes durch den Bürgermeister noch keine Bindewirkung für den Markt eingetreten. Man habe aber die aus Landshut avisierte 90% Förderung sichern können. Hierüber sei nun in dieser Sitzung in Form einer „Kenntnisnahme für den Marktgemeinderat“ informiert worden. Einer Beschlussfassung bedürfe es dem Geschäftsleiter zufolge nicht.
Von Walter Czech wurde danach nochmals die Bedeutung der Maßnahme herausgestellt. Bei der „Alten Post“ handle es sich um in markantes Gebäude, das ortsbildprägend und erhaltenswert sei. Bei einer negativen Reaktion des Marktes wäre eine Million Euro Förderung verloren gegangen. Dass der Bürgermeister deshalb von der Regierung zu einer dringlichen Anordnung gedrängt werde, hielt Dr. Rudolf Schwetlik für befremdlich. Czech gab ihm hier recht, fügte aber hinzu: „Wir haben die Chance nutzen müssen“. Josef Bachl wollte noch wissen, in welcher Höhe sich Hauseigentümer und Investor Bernd Stöcker finanziell beteiligen müsse. Laut Bürgermeister Czech belaufe sich dessen Anteil auf 15 %.

Erklärung des Marktes
Der Markt hat Kenntnis von der neuen Förderinitiative „Innen statt außen“ und setzt sich nachhaltig für eine Innenentwicklung des Ortskernes von Triftern ein. Der Markt ist daher auch bereit einen Grundsatzbeschluss zur Innenentwicklung von Triftern zu fassen, zu betreiben und hierzu eine Strategie zum Flächensparen zu entwickeln und diese weiterzuverfolgen.
Als Ziel dieser Maßnahme sollte die Instandsetzung des denkmalgeschützten Anwesens in der Graf-Lenberger-Straße 13 in Triftern (ehemals Gasthaus „Alte Post“) und die künf-tige Nutzung als Skulpturenmuseum sein. Der Markt ist bereit die Sanierung zu unterstützen und seinen Anteil von 10% an den zuwendungsfähigen Kosten von 1.000.000 Euro, das sind 100.000 Euro zu leisten.

Bildtext:
An den Kosten der Instandsetzung des ehemaligen Gasthauses „Alte Post“ und der künftigen Nutzung zu einem Skulpturenmuseum wird sich der Markt finanziell beteiligen.
Foto: Reiter