Vereinsheim TSV Anzenkirchen: Auch bei Dachstuhlerneuerung nur 15% Zuschuss
 Von Edwin Reiter
 
Triftern. Der Marktgemeinderat bleibt bei seiner Linie: Es ging in der Sitzung  am 19.03.2019 nicht um die Generalsanierung sondern „nur“ um die Erneuerung des Daches des Vereinsheims des TSV Anzenkirchen. Am Ende gab es wieder einen Mehrheitsbeschluss für lediglich 15%-Gemeindezuschuss (7.760 Euro). Dafür, dass der Markt, wie vom TSV beantragt, von den Gesamtkosten in Höhe von 51.000 Euro etwa 26.000 Euro übernimmt, fanden sich nur sechs befürwortende Stimmen.
Die 12 Gremiumsmitglieder, die von der im Januar 2018 beschlossenen 15% Förderung für Vereinsbaumaßnahmen keine Ausnahme für den TSV Anzenkirchen machen wollten, ließen sich auch nicht von einer vorliegenden Einschätzung der Landratsamt-Rechtsaufsicht umstimmen. Geschäftsleiter Siegfried Schmied zitierte aus dieser, vom Sportverein eingeholten Stellungnahme, dass es sich bei dem vom Markt Triftern 1973/74 im Rahmen der Gemeindezusammenlegung gebauten Vereinsheim um eine gemeindliche Anlage handle. Auf Grund einer entsprechenden Bestimmung im Nutzungsvertrag über die TSV-Sportanlage sei der Markt für die Instandhaltung zuständig.
Zu derselben Beurteilung sei auch der Bayer. Landessportverband (BLSV) gekommen, so Schmied weiter. Bei diesem habe der TSV um eine Finanzhilfe für die Dacherneuerung nachgefragt. Der BLSV habe jedoch mitgeteilt, dass eine Förderung nicht möglich sei, da das Vereinsheim als kommunales Objekt einzustufen sei.
Die Notwendigkeit der Erneuerung des Dachstuhls wurde zunächst aus technischer Sicht von Planer Stefan Graml dargelegt. Dieser sei nicht mehr tragfähig und durchfeuchtet. Nach dem Ergebnis einer statischen Untersuchung habe dieser gewissermaßen Totalschaden. Die Maßnahme sei vor allem auch aus Sicherheitsgründen dringend notwendig.
Auch TSV-Vorsitzenden Werner Kursawe war Gelegenheit gegeben worden zum Antrag auf Kostenübernahme durch den Markt Stellung zu nehmen. Die beiden vorerwähnten Schreiben der Rechtsaufsicht und des BLSV müssten für die vom Verein gewünschte Entscheidung ausreichend sein, sagte er. Seine Prämisse sei aber hier eine gemeinsame Lösung zu finden. Diese komme dadurch zum Ausdruck, dass sich der Verein mit einer Eigenleistung von rund 25.000 Euro, also mit fast der Hälfte, an den Gesamtkosten beteiligen würde.
Indes, auch dieses Angebot führte nicht zu einer Zustimmung im Gremium. Die Argumente in der folgenden Diskussion waren quasi eine Wiederholung vorangegangener Sitzungen zu diesem Thema. Adolf Stapfer, Mario Einkammerer, Josef Hasmann  und Christian Zinsberger beharrten auf der 15% Vereinsförderungs-Regelung des Marktes, für die es auch für den TSV Anzenkirchen keine Ausnahme geben könne.
Das Vorbringen von Befürwortern des Antrags des TSV, dass es sich bei dessen Vereinsheim um ein vom Markt Triftern errichtetes und bis dato in dessen Eigentum stehendes Gebäude handle, wurde nur von diesen so gesehen. Auch der Einwurf von Hermann Ertl, dass man eine rechtsaufsichtliche Äußerung vorliegend habe, an die man sich eigentlich halten müsste, brachte keine Veränderung in den offenkundig festgefahrenen Standpunkten.
Nachdem sich die Redebeiträge mehr oder weniger im Kreise drehten, ließ 2. Bürger-meister Karl Altmann, der die Sitzung leitete, über zwei sich aus der Beratung ergebende Punkte abstimmen. Zum einen sollten mit der Kenntnisahme des Rechtsaufsichtsschreibens die entsprechenden Konsequenzen, also Dachstuhl-Kostenübernahme durch den Markt bewirkt werden. 12 Markträte stimmten hier dagegen, dafür waren 6. Neben dem 2. Bürgermeister waren dies Hermann Ertl, Anna Hraska, Eva Lirsch, Dr. Rudolf Schwetlik und Dr. Edgar Wullinger. Zum anderen wurde dann noch mit 14:3 Stimmen beschlossen, dass der Markt auch für die Dachstuhl-Erneuerung die 15%-Vereinsförderung anwendet, was bei den zu erwartenden Kosten einem Zuschuss der Gemeinde von 7.760 Euro entspricht. Außerdem wird dem TSV Anzenkirchen für den Fall der Aufnahme eines Kredites zu dessen Absicherung eine gemeindliche Bürgschaft in Aussicht gestellt.
Nicht näher vertieft wurde das im Sachverhalt der Beschlussvorlage vorgetragene Thema der Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Sportheimes. Mit 65.000 Euro/netto Kosten ist diese Installation inkl. neuer Stromkabelverlegung veranschlagt, mit der Einnahmen entweder durch Einmal- oder durch Mietzahlung durch den Betreiber generiert werden könnte. Ein Beschluss dazu wurde nicht gefasst.