Unerschöpfliches Thema Gemüseanbau
 
Triftern. Eine Fülle von Informationen über den Anbau von Gemüse erhielten die zahlreichen Besucher im Gasthaus Irber bei der ersten Vortragsveranstaltung des Gartenbauvereins (GBV) im neuen Jahr. Überaus anschaulich vermittelt wurden diese von Adolf Guggenberger aus Simbach/Inn.
Den Referenten – ein passionierter Hobbygärtner und Tüftler -, der schon mehrfach beim GBV zu Gast war, bezeichnete 1.Vorsitzende Elisabeth Reiter bei ihren Begrüssungsworten als einen Vollprofi in Sachen Gemüseanbau. Dass dieses Prädikat nicht von ungefähr kommt wurde von Adolf Guggenberger bei seinen folgenden Ausführungen offenkundig unter Beweis gestellt.
Von der Aussaat über die Pflege bis zur Ernte zahlloser Gemüsearten reichte das breite Spektrum seines Vortrags, den er mit anschaulichen Lichtbildern aus seinem Hausgarten unterlegte. Er hatte aber auch viel Anschauungsmaterial und Jungpflanzen zum besseren Verständnis mitgebracht. Anhand von Keimproben von verschiedenen Salatpflanzen zeigte er die Haltbarkeit von Samen auf, die oft länger keimfähig seien, als auf den Tüten angegeben sei.
Detailliert wurde dann vom Referenten die Thematik F1-Hybrid-Züchtung am Beispiel von Tomaten erklärt. Hier müssten zwei reinerbige, genetisch möglichst unterschiedliche Linien, die sogenannte F1-Generation, miteinander gekreuzt werden. Dabei müsse gleichzeitig verhindert werden, das die Pflanzen einer Linie sich selbst befruchteten, da sonst wieder nur eine weitere Generation inzuchtdepressiver Pflanzen entstehen würde.
Was das Aussäen von Samen angehe, so brauche man Guggenberger zufolge dazu vor allem die richtige Erde. Er habe hier gute Erfahrungen mit selbst gedämpfter Komposterde gemacht. Manche Samen bräuchten zum Keimen einen Kältereiz. Diese sogenannten Kaltkeimer, wie beispielsweise Salate, würden nämlich nicht keimen, wenn es zu warm sei. Um die richtige Temperatur herbeizuführen, könne man sich hier auch mit dem Abstellen im Gefrierschrank behelfen.
 
Durch geschickte Anbauplanung, Einsatz von Mistbeetkasten, Hochbeet und Gewächshaus könne die Erntesaison verlängert werden, erläuterte der Referent im Folgenden. Man könne damit schon im Februar Salat, Radieschen und Kohlrabi pflanzen. Auch für Misserfolge mit Zwiebeln, Karotten und Rettichen hatte er Erklärungen parat. Wenn die Ernte nicht wie gewünscht ausfalle, liege dies zumeist an Überdüngung oder Bodenmüdigkeit. Teilweise weitgehende Ertragsminderungen würden durch Schnecken, Erdraupen, Drahtwürmer und andere Bodenschädlinge entstehen. Gegen fliegende Schädlinge empfehle sich ein engmaschiges Kulturschutznetz.  Seinen mit viel Beifall aufgenommenen Vortrag rundete Adolf Guggenberger noch mit praktischen Tipps für den preiswerten Selbstanbau von Gemüse ab.
GBV-Vorsitzende Elisabeth Reiter kündigte als nächsten Termin die Jahreshauptversammlung am Sonntag , 26.Februar, (14.oo Uhr, Gasthaus Irber) an. Hingewiesen wurde von ihr auch auf die Anmeldung für die Tagesfahrt am Samstag, 31. März, nach Wels zur Gartenmesse „Blühendes Österreich“ (Tel. 08562/640).
                                                                                                              - er