Am Grabe von Hans Kastlmeier
 
Triftern. Im 98. Lebensjahr ist der Kaufmann und Hafnermeister Hans Kastlmeier gestorben. Eine überaus große Zahl von Trauergästen nahm Abschied von einem Trifterner Urgestein, womit auch dessen Beliebtheit und Wertschätzung in der Bevölkerung sichtbar wurde.
Bei dem in eindrucksvoller Weise vom Kirchenchor gestalteten Requiem sagte Pfarrer  Dr. Waldemar Hadulla, dass ein erfülltes Leben in Frieden mit Gott zu Ende gegangen sei.
Hans Kastlmeier wäre ein Christ gewesen, der nicht nur von seinem Haus am Weinberg direkten Blick zu seiner Pfarrkirche St.Stephan hatte, sondern auch den Glauben gelebt habe.
Den Lebensweg des Verstorbenen, der ein leidenschaftlicher Handwerker mit bestimmenden, aber gerechten Charakter war, zeigte seine Enkelin Johanna Kastlmeier auf.
Hans Kastlmeier wurde am 15. Mai 1914 in Triftern geboren. Die Ausübung des erlernten Berufs als Hafner erfuhr durch den 2.Weltkrieg eine lange Unterbrechung. Nach dem Fronteinsatz von 1939 bis 1945 folgten noch zwei Jahre in französischer Gefangenschaft.
Nach der Rückkehr in die Heimat heiratete er 1947 Therese Schindler. Aus der Ehe gingen die vier Kinder Annemarie, Hans, Cornelia und Reinhard hervor. Den in der Kößlarner Straße ab 1956 aufgebauten Fliesenlegerbetrieb und den später hinzugekommenen Heizölvertrieb führte Hans Kastlmeier bis zum Jahre 1999. Ein schwerer Schicksalsschlag war für ihn der Tod seiner Ehefrau im Jahre 2005.
Seine persönliche Integrität, seine ausgeglichene Wesensart verbunden mit seiner beruflichen Fachkompetenz waren wohl auch die Gründe, warum Hans Kastlmeier 32 Jahre lang  dem Marktgemeinderat angehörte. Von 1952 bis 1984 war er kommunalpolitisch tätig, wobei vor allem im Bauausschuss sein Fachwissen gefragt war. In seiner außergewöhnlich langen Amtszeit hat er sich mit starkem Pflichtbewusstsein für die Belange und das Gesamtinteresse des Marktes Triftern eingesetzt, wie dies bei seinem Ausscheiden Ende April 1984 vom damaligen Bürgermeister Karl Haas gewürdigt worden war. Das kommunale und öffentliche Leben sei durch Hans Kastlmeier insoweit entscheidend mitgeprägt worden.
Untrennbar verbunden ist der Name des Verstorbenen mit der damaligen Raiffeisenbank
Triftern. Von 1961 an war er 19 Jahre lang Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft.
Vorstandsvorsitzender Claudius Seidl von der VR-Bank Rottal-Inn nahm am offenen Grabe Abschied von einem Menschen, der durch seine konstruktive und von großem Sachverstand geprägte Mitarbeit in der Verwaltung und als Ratgeber sehr geschätzt gewesen sei. Symbolisch für sein besonderes Engagement habe Hans Kastlmeier vom Genossenschaftsverband Bayern bei seinem Ausscheiden 1980 die Silberne Ehrennadel erhalten.
Einen letzten Gruß entbot die Soldaten- und Reservistenkameradschaft Triftern ihrem langjährigen Mitglied, wozu das von der Trifterner Blaskapelle intonierte „Lied vom guten Kameraden„ erklang.
Das Ableben von Hans Kastlmeier ist bei allen, die ihn kannten mit Betroffenheit aufgenommen worden. Was bleibt ist die Erinnerung an einen Mann, der gewissermaßen ein Stück Triftern war.
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